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"Es ist nicht nur ein Tier ...Es ist ein Herz, das schlägt, eine Seele, die fühlt und ein Leben, das leben will."

Seit Jahren schon bin ich im Tierschutz tätig. Doch fangen wir am Anfang an. Meinen 30. Geburtstag verbrachte ich mit meiner Mutter in einem wunderschönen Riad im Souk von Marrakesch in Marrokko. Wir genehmigten uns gerade ein feines Glas Wein in der Lounge auf dem Dach unseres Riads. Wir genossen den fantastischen Ausblick über die Dächer des Souks von Marrakesch. Der Muezzin rief seine Gläubiger zum beten in die Moscheen und die Sonne war gerade am untergehen. Es konnte nicht schöner sein. Doch beim näheren Hinschauen, sah ich zwei Hunde auf dem Nachbardach. Einen dunkelbraunen und einen hellbraunen Hund. Beide waren sie noch eher jung. Der hellbraue Hund zog noch eine Kette hinter sich her, welche an seinem Halsband befestigt war. Ebenfalls sah ich ein paar Schildkröten auf dem Dach rumkrabbeln... Auf einem anderen Hausdach sah ich einen kleinen Holzverschlag. Drinnen eine Kuh, kurz angebunden, knietief in Mist stehen. Neben ihr eine Ziege. Beide konnten sie sich kaum bewegen. Meine Mutter und ich stiessen auf meinen Geburtstag an und gingen dann zu Bett.

Die ganze Nacht studierte ich dem nach, was ich gesehen habe. Es regnete stark in dieser Nacht. Sind die Hunde wohl immer noch auf dem Dach? Am nächsten Abend genossen wir wieder unser Glas Wein auf dem Dach. Der gleiche Anblick wie gestern. Die Hunde waren immer noch auf dem Dach. Und die Kuh und die Ziege... auch immer noch da... in den selben ärmlichen Verhältnissen lebend. Die beiden Hunde hatten keinen Unterstand, der sie vor dem Wetter schützte. Weder vor der brennenden Sonnen noch vor dem strömenden Regen von letzter Nacht. Nur die ca. 70 cm hohe Mauer, die das Flachdach umfasste. Diese Mauer spendete je nach dem, wie die Sonne Stand etwas Schatten. Ich fragte mich, wie die Hunde gefüttert werden. Ich sah nirgends einen Napf. Selbes Szenario die nächsten Tage. An unserem vierten Tag sah ich einen Mann durch eine Lucke auf dem Dach zu den Hunden hoch klettern. An den Hunden zeigte er keinerlei Interesse. Beachtete sie nicht mal. Er fing an mit den Schildkröten Fussball zu spielen. Ich verstand gar nicht was gerade abging. Als ich "Hey" rüber rief, schaute er mich verdutzt an und verschwand durch die Luke im Haus. Am nächsten Tag reisten wir ab.


Die beiden Hunde, welche meine Mutter und ich Omar und Sharif tauften, gehen mir heute noch nicht aus dem Kopf. Wenn ich damals gewusst hätte, was ich heute weiss, wenn ich damals gewesen wär, wer ich heute bin, wären die beiden Hunde und die Schildkröten nicht mehr auf dem Dach...

Omar und Sharif sind der Grund, warum ich mich seit vielen Jahren schon aktiv für Tiere einsetze und dies auch mein Leben lang tun werde.


Jeder von uns kann etwas tun! Im Kleinen, wie im Grossen. Und alles beginnt beim NICHT wegschauen!