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Bitte bedenken Sie

Sie möchten einem Hund aus Spanien ein neues Zuhause geben? Das ist ein wunderbarer Entscheid, der ihr Leben sowohl bereichern, jedoch auch verändern wird. Es ist deshalb wichtig, sich gründlich Gedanken darüber zu machen.

Charakter und Eingewöhnung

Jeder Hund hat einen eigenen Charakter. So wie wir Menschen auch. Je mehr Gutes er im Leben erfahren hat, je besser er gelernt hat, als Welpe mit anderen Hunden umzugehen, desto einfacher wird das Zusammenleben mit Ihnen hier in der Schweiz werden. Bei einigen Hunden kennen wir die Vorgeschichte nicht und deshalb können wir auch nicht exakt voraussagen, wie er in der neuen Umgebung hier reagieren wird. Es kann sein, dass sich ein Hydrant für ihn ganz plötzlich in ein gefährliches Monster verwandelt. Die meisten Hunde kennen nämlich weder Kühe, Pferde, Schiffe, Autos oder Treppen. Es ist alles ist neu hier. Der Hund wird Sie als Führungspersönlichkeit und Orientierungshilfe brauchen, um sich im neuen Leben zurecht zu finden. Das bedingt Präsenz, Verständnis, Liebe, viel Geduld sowie die Fähigkeit, das neue Familienmitglied mit all seinen guten und eventuell auch weniger guten Seiten anzunehmen.

Geben Sie sich und Ihrer Fellnase einfach Zeit, sich einzugewöhnen und das Leben miteinander und untereinander neu zu definieren. Und besuchen Sie, wenn irgend möglich, eine Hundeschule oder lesen Sie zum Thema Erziehung Bücher, die Ihnen viele Informationen geben können. Wir, das Melampo Team, achten gut darauf, dass der Charakter eines Hundes auch gut zu den neuen Besitzern passt. Deshalb führen wir ein seriöses Vorgespräch, um Sie besser kennen zu lernen. Sicher wird Ihre Entscheidung, einen „Tierheimhund“ aufzunehmen, zu Beginn eine Herausforderung für Sie werden, aber es wird sich auf jeden Fall lohnen! Die Dankbarkeit und Zuneigung eines geretteten Hundes übersteigen oft alles, was wir uns vorstellen können.

Stubenreinheit

Die meisten Hunde des Camps kennen so etwas wie Stubenreinheit nicht. Somit müssen sie auch hier in der Schweiz zuerst lernen, was es bedeutet, sein Geschäft draussen und nicht in der guten Stube zu verrichten! Bitte seien Sie nicht böse und haben Sie Geduld. Gehen Sie möglichst viel raus, loben Sie ihren Hund nach dem „Geschäft“ und wischen Sie allfällige „Ausrutscher“ in der Wohnung kommentarlos weg. Es gibt aber auch viele Melampohunde, die vom ersten Tag an stubenrein waren oder es innert 1-2 Tagen gelernt haben.

Kosten

Nicht zu unterschätzen sind die laufenden Kosten, die ein Hund mit sich bringt. Pro Monat sind das durchschnittlich CHF 150.00 für Futter, Tierarzt, Spielsachen, Ausstattung. Dies, wenn der Hund gesund ist. Sollte er krank werden, können die Kosten auch sehr schnell sehr viel höher ausfallen.

Kastration/Sterilisation

Unsere Hunde werden im Normalfall kastriert bzw. sterilisiert vermittelt. Nur wenn ein Hund zu jung für die Kastration/Sterilisation ist, wird er unkastriert abgegeben. Der neue Besitzer verpflichtet sich, den Hund auf eigene Kosten zu kastrieren/sterilisieren, sobald dieser dazu alt genug ist. Dies ist vertraglich festgelegt und verbindlich. Bedenken Sie, dass dadurch zusätzliche Kosten anfallen.

Mittelmeerkrankheiten

Alle unsere Hunde werden in Spanien auf Mittelmeerkrankheiten (Leishamaniose, Ehrlichiose, Dirofilariose und Babesiose) getestet. Sind die Tests negativ, so ist ein Hund zu diesem Zeitpunkt völlig gesund. Sind die Tests positiv, so wird das im Vermittlungstext des Hundes erwähnt und der Hund entsprechend behandelt. Leider kann nicht ganz ausgeschlossen werden, dass sich ein Hund zu einem späteren Zeitpunkt noch durch einen Mückenstich oder eine Zecke ansteckt. Die entsprechenden Mücken kommen im südlichen Europa viel öfter vor als im Norden. Es ist darum wichtig, dass Sie Ihren Hund circa 4 Monate nach Einreise in die Schweiz erneut testen lassen, um ihn bei Bedarf entsprechend zu behandeln.

Die folgenden Informationen stammen aus den Unterlagen der Veterinärausbildung (Uni Zürich, 2009).

Ehrlichiose, Leishmaniose, Dirofilariose oder Babesiose
Eine Gemeinsamkeit dieser vier Erkrankungen ist, dass die Erreger durch blutsaugende Gliederfüssler übertragen werden. Bei Babesiose und Ehrlichiose sind Zecken die Überträger, für die Leishmaniose sind es die kleinen Sandmücken und bei Dirofilariose (Herzwurmerkrankung) die Stechmücken.

Ehrlichiose
Die Ehrlichiose bei Hunden wird mit dem Speichel der braunen Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) übertragen. Nach der Infektion gelangt der Erreger ins Blut und befällt lymphatisches Gewebe, vor allem Lymphknoten, Leber und Milz. Von dort aus erreicht er andere Organe. Die Inkubationszeit beträgt 8 – 20 Tage. Klinisch sichtbar treten in der akuten Phase Fieber, Depressionen, Apathie und geringer Gewichtsverlust auf. Die klinischen Symptome können nach 1 bis 2 Wochen verschwinden, aber es bleibt eine subklinische Infektion zurück, die unter gewissen Umständen in die chronische Phase eintreten kann und auch erst nach Jahren entdeckt wird. Die Erkrankung geht häufig mit Veränderungen im Blutbild einher. Zur Therapie eignen sich Antibotika, die in akuten Fällen über 2 Wochen in chronischen Fällen aber weit länger gegeben werden müssen. Als Prophylaxe werden Scaliborhalsbänder empfohlen.

Leishmaniose
Die Leishmaniose ist eine Infektionskrankheit, deren Erreger durch den Stich kleiner Mücken (Schmetterlings- oder Sandmücke genannt) übertragen werden. Entwickelt der Wirt (Hund) keine schützende Immunantwort, befallen die Parasiten Knochenmark, Milz und Leber. Die Leishmanien verursachen eine langsam verlaufende (chronische), unbehandelt tödliche Erkrankung. Eine direkte Übertragung von Tier zu Tier oder auf den Menschen ist wenig wahrscheinlich. Die Verbreitung der Leishmaniose ist an das Vorkommen der übertragenden Sandmücken gebunden. Sie erstreckt sich auf tropische und subtropische Gebiete. In Europa sind infizierte Sandmücken in der Türkei, Griechenland, Zypern, Italien, Süd-Frankreich, Spanien und in Portugal zu finden. In neuester Zeit wurden auch in der Südschweiz und in Süddeutschland Sandmücken nachgewiesen, die als potentielle Vektoren angesehen werden. Das klinische Bild der Leishmaniose bei Hunden äussert sich häufig nur in unspezifischen Symptomen, wie Gewichtsverlust und Anorexie. Im weiteren Verlauf kommen dann typische Symptome wie Hautveränderungen, vor allem an den Ohrrändern, der Nase, um die Augen und zwischen den Zehen zum Vorschein. Der Nachweis der Parasiten im Blut gelingt nur selten. Zuverlässige Test sind Lymphknotenpunktat oder Knochenmarkaspirat. Für die Therapie stehen Präparate aus der Humanmedizin zur Verfügung. Je nach Erkrankungsgrad dauert die Behandlung von 6 – 12 Monaten bis ein Leben lang.

Dirofilariose (Herzwurmkrankheit)
Der Überträger ist die Stechmücke. In der Unterhaut erfolgt die Entwicklung zum Larvenstadium. Diese wandern über die Muskulatur in die Blutgefässe und entwickeln sich innerhalb von 3 – 5 Monaten zu den adulten Herzwürmer (Makrofilarien). Befallene Tiere zeigen mit der Entwicklung der reifen Würmer, also erst etwa 6 Monate nach der Infektion, in Abhängigkeit vom Befallsgrad eine reduzierte Leistungsfähigkeit und ermüden schnell. Es zeigt sich mit Atemnot, Husten und der Bildung von Ödemen. Infolge der Herzinsuffizienz kann auch ein Leber- und Nierenversagen entstehen. Mittels Kapillarblut-Test oder einem Knott-Test können die Erreger nachgewiesen werden, aber die Nachweissicherheit beträgt nur etwa 70%. Die Therapie ist nicht ganz unkompliziert, da Herzwürmer zwar für die Wirkstoffe prinzipiell empfänglich sind, aber bei stärkerem Befall eine Thrombose oder eine schwere Reaktion infolge des massiven Absterbens von Mikrofilarien entstehen kann.

Babesiose
Babesien sind bei unseren Haustieren in den roten Blutkörperchen parasitierende Einzeller, die nur durch Zecken (Rhipicephalussanguineus, Dermacentor reticulatus) übertragen werden. Eher eine seltenere Krankheit. Schwerpunkte des Vorkommens der Erkrankung liegen weltweit in warmen Klimagebieten. Im Jura und im Tessin, bis in den Norden Frankreichs, lokal auch in Deutschland und Ungarn und im ganzen Mittelmeerraum. Charakteristische Symptome sind: Fieber, Blutarmut und Gelbsucht. Als Krankheitssymptom tritt in akuten Fällen häufig kaffeebraun- bis rot gefärbter Harn auf. Die Babesiose des Hundes tritt in verschiedenen klinischen Formen auf und die Symptome variieren von akuten bis zu chronischen Verlaufsformen. Die Behandlung der Krankheit erfolgt mit Antibiotika. Als Prophylaxe werden Scalibor-Halsbänder und diverse Spot-On-Produkte empfohlen.

Bitte kontaktieren Sie aber im Zweifelsfall unbedingt Ihren Tierarzt!!

Wir von Melampo tun unser Bestes, um möglichst alle Prophylaxen zu erfüllen, alle möglichen Bluttests durchzuführen und die Hunde mit einem sehr guten Gesundheitszustand in die Schweiz zu bringen. Wie Sie aber dem Text entnehmen können, ist es nach heutigem Stand der Veterinärmedizin nicht ganz einfach, den Hund sicher zu testen. Auch führen bei manchen Erkrankungen Stress und Unwohlsein zu Krankheitsausbrüchen. Natürlich können nicht nur Mittelmeerkrankheiten zu hohen Tierarztkosten führen, auch in der Schweiz gibt es viele Krankheiten. Es ist deshalb wichtig, dass Ihr Hund nicht nur Liebe und Geborgenheit erhält. Es ist auch wichtig, dass Sie sich bewusst sind, welche eventuellen finanziellen Kosten ein vierbeiniger Lebensgefährte mit sich bringen kann.